PLZ-Suche

Finden Sie Ihren regionalen Fördermittel-Berater

Unternehmen/ Existenzgründer
Bauen/Sanieren/Energie

Zentrum fuer Mittelstandsberatung

Förderwiki Artikel zum Thema:

Rating

Was ist Rating und wozu dient es?

Bei der Vergabe von Krediten müssen die Banken, auch vor dem Hintergrund von Basel II, die Risiken für die Kreditvergabe einschätzen, bewerten und entsprechend Eigenkapital vorhalten. Mit steigenden Risiken muss auch das vorzuhaltende Eigenkapital erhöht werden.

Daher ist das Rating ein wichtiges Instrument der Banken um die wirtschaftliche Lage sowie die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens bewerten zu können.

Das Rating standardisiert diese Beurteilung anhand von verschiedenen Faktoren und wird im Folgenden in Anlehnung an die Informationen der Kreditanstalt für Wiederaufbau beschrieben.

Zu den quantitativen (auch „harten“) Faktoren zählen beispielsweise:

  • die Analyse von Jahresabschluss
  • Gewinn und Verlust
  • Liquidität des Unternehmens.

Zu den qualitativen (auch „weichen“) Faktoren zählen hingegen Aussagen über:

  • die Unternehmensstrategie
  • die Qualifikation der Geschäftsführung
  • die Marktposition oder
  • ggfs. auch Nachfolgeregelungen.

Diese Themen sind auch bei der Vergabe von öffentlich geförderten Krediten (Fördergeldern) durch Organisationen der öffentlichen Hand relevant.

Ein Rating ist nicht unbedingt ein einzelner, isolierter Vorgang, sondern kann laufend erfolgen um die stets aktuelle wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu sehen sowie auch die Entwicklung.

 

Ratingarten

Beim Rating unterscheidet man grob zwischen externem Rating durch Ratingagenturen und internem Rating durch die Bank selbst.

Internes Ranking

Für die Vergabe von Krediten (auch die von Förderkrediten) und/oder die Festlegung des Zinssatzes (siehe hierzu auch „Das risikogerechte Zinssystem“) ist das interne Rating der Hausbank maßgebend.

Hier werden Analysen des Jahresabschlusses unter Anwendung statistischer Verfahren und durch Hinzuziehung weitere Faktoren, wie z.B. Kennzahlen über die Ertragslage, Liquidität sowie der Eigenkapitalausstattung durchgeführt. Das Abfragen unterjähriger Werte erleichtert hierbei die Berücksichtigung aktueller Entwicklungen.

Zusätzlich fließen die ausgewählten qualitativen Faktoren in die Ratingbewertung ein.

Externes Ranking

Einem externen Rating unterziehen sich nur wenige Mittelständische Unternehmen, da dieses das interne Rating der Hausbank nicht ersetzt und zusätzlich Geld kostet.

Vorteile eines externen Ratings sind darin zu sehen, dass man z.B. Lieferanten gegenüber die Möglichkeit hat, eine gute Bonität auch nachzuweisen.

 

Ratingfaktoren

Zur Durchführung eines Ratings werden quantitative Faktoren und qualitative Faktoren herangezogen und Warnsignale beachtet.

Dabei sind die quantitativen Faktoren konkrete Kennzahlen die aus den betriebswirtschaftlichen Unterlagen des Unternehmens (Jahresabschluss, Einnahmen-Überschuss-Rechnung, BWA, Planungsrechnungen) hervorgehen.

Wichtige quantitative Parameter sind1:

  • der Verschuldungsgrad
  • die Eigenkapitalquote
  • die Rentabilität
  • die Liquidität und
  • der Cash-Flow

Um die tatsächliche wirtschaftliche Situation des Unternehmens abzubilden, erstellen die Banken häufig eine abgeleitete Bilanz, die unter Zuhilfenahme von diversen Verfahren auch Umgliederungen vornimmt und Besonderheiten eliminiert, die z.B. aus dem gewählten Rechnungslegungsstandard resultieren. Die Analyse der quantitativen Faktoren spielt eine erhebliche Rolle beim Rating.

Hinzu kommt ergänzend die Betrachtung der qualitativen Faktoren, die für die Darstellung eines vollständigen Bildes des Unternehmens ebenfalls heranzuziehen sind.

Der Grund hierfür ist darin zu sehen, dass sowohl Kennzahlen z.B. über organisatorische Mängel hinwegtäuschen können und auf der anderen Seite z.B. Umstrukturierungsmaßnahmen, die zu den qualitativen Faktoren zählen, die Kennzahlen erst zukünftig beeinflussen und zum Ratingzeitpunkt die reine Kennzahlbetrachtung ein potentiell verfälschtes Zukunftsbild zeigt.

Qualitativ werden häufig folgende Dinge beurteilt2:

  • Unternehmensstrategie
  • Management-/Mitarbeiterqualifikation
  • Nachfolgeregelung
  • Risikomanagement
  • Unternehmensplanung / Controlling
  • Rechnungs-/Berichtswesen
  • Jahresabschlusspolitik
  • Informationspolitik
  • Marktstellung / wirtschaftliches Umfeld
  • Reaktionsmöglichkeiten auf Marktschwankungen
  • Qualität der Kontoführung, zum Beispiel Überziehungen

Abschließend wird Ausschau nach Warnsignalen gehalten, die zusätzlichen Aufschluss über die Bonität des Unternehmens geben können. So sind beispielsweise Pfändungen, ausstehende Zahllasten (auch die von Darlehen) sowie Lastschriftrückgaben Indikatoren für Probleme.

 

Das Ratingergebnis

Das Ratingergebnis wird zur Einordnung in eine Ratingklasse führen. Dazu werden zunächst die unterschiedlichen Faktoren einem Bewertungs- und Gewichtungssystem unterworfen, welches auf Grundlage einer Einzelbetrachtung dieser Faktoren einer jeden Gruppe (qualitativ, quantitativ, Warnhinweise) zu einem Gesamtergebnis führen. Dieses gibt letztlich die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass das Unternehmen im Folgejahr in Zahlungsverzug gerät oder sogar die Zahlungsunfähigkeit eintritt.

Dieser Wert wird auch Ausfallwahrscheinlichkeit (englisch: proability of default „PD“) genannt, der, je höher er ist, für eine höhere Wahrscheinlichkeit des Ausfalles steht.

Leider sind die Ratingklassen (ebenso wie die internen Bewertungsmodelle und Verfahren) nicht standardisiert und unterliegen den bankinternen Verfahren.

Um zumindest die unterschiedlichen Ratingklassen der Banken und Sparkassen besser vergleichbar zu machen, wurde durch die „Initiative Finanzstandort Deutschland“ (IFD) eine sechsstufige Ratingskala entwickelt, die bestehende Skalen der jeweiligen Institute in dieses System einordnet.

Die folgende Tabelle (entnommen aus dem Internetauftritt der KfW mit Quellenangabe: IFD Ratingbroschüre) zeigt die Einordnung der von einigen Kreditinstituten verwendeten Skalen in die Skala der IFD:

IFD Ratingstufe I II III IV V VI  
Commerzbank 1.0 - 2.4 2.4 - 3.0 3.0 - 3.4 3.4 - 4.0 4.0 - 4.8 ab 4.8  
Deutsche Bank iAAA – iBBB iBBB- – iBB+ iBB+ – iBB- iBB- – iB+ iB+ – iB- ab iB-  
HypoVereinsbank 1+ – 2 2 – 3 3 – 4 4 – 5 5 – 6 ab 6-  
KfW Bankengruppe BK 1 – 2 BK 2 – 3 BK 3 – 4 BK 4 – 6 BK 6 – 7 BK 7  
Sparkassen Finanzgruppe 1 – 4 4 – 6 6 – 8 8 – 10 10 – 12 ab 12  
Postbank pAAA – pBBB+ pBBB+ – pBB- pBBB- – pBB pBB – pB+ pB+ – pB ab pB-  
Volks- und Raiffeisenbanken 0+ – 1d 1e – 2a 2b – 2c 2d – 2e 3a – 3b ab 3c  
PD-Bereich bis 0,3 % 0,3 – 0,7 % 0,7 – 1,5 % 1,5 – 3 % 3 – 8 % ab 8 %  

 

Weiterführende Informationen zu diesem Thema sind  auf den Seiten der KfW Bankengruppe zu finden: www.kfw.de

1,2) Quelle: Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de)

 
 

Stand August 2014

Weitere kostenlose und ausführliche Informationen zum Thema des Artikels erhalten Sie von unseren zertifizierten Beratern.

Dieser Artikel erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Er enthält keine steuerlichen oder rechtlichen Beratungen, die wir weder anbieten noch durchführen.

Alle Förderwiki Artikel

Warum mit dem ZFMB?

Ihre Vorteile:

  • bundesweite zentrale Beratungsstelle
  • eigene Datenbank mit über 2.000 Förder- und Zuschuss­programmen
  • qualifizierte, zertifizierte Berater in Ihrer Region
  • professionell erstellte Businesspläne
  • langjährige Kontakte zu Bewilligungsstellen

> weitere Vorteile