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Risikogerechtes Zinssystem (RGZS) der KfW

Was ist das risikogerechte Zinssystem und warum existiert es?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt Förderkredite zu günstigen Konditionen, mit langer Laufzeit, tilgungsfreien Anlaufjahren und langen Zinsbindungszeiträumen um Unternehmen und Unternehmer zu unterstützen.

Da Unternehmen sich jedoch in sehr unterschiedlichen Situationen befinden können, was die wirtschaftliche Lage und die Möglichkeit der Besicherung von Krediten anbelangt, resultiert ein unterschiedlich hohes Risiko für den Kreditgeber.

Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, variieren in vielen Förderkreditprogrammen der KfW die Zinskosten in Abhängigkeit eben dieser Parameter.

Dies wird im risikogerechten Zinssystem systematisiert, wie im folgenden in Anlehnung an die Informationsseiten der KfW dargestellt wird.

 

Wie funktioniert das risikogerechte Zinssystem?

Die Hausbank des Unternehmens ermittelt in drei Schritten den Zinssatz für den Kredit.

Schritt 1: Untersuchung der Bonität des Unternehmens.

Dies geschieht üblicher Weise auf Grundlage der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens mit Hilfe von Jahresabschlüssen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen oder auch Einnahmen-Überschuss-Rechnungen.

Zu diesen faktischen Parametern zur Risikoeinschätzung werden weitere Faktoren hinzugezogen, die auf Grundlage der individuellen Einschätzung der Hausbank für die Zukunftsaussichten des Unternehmens relevant sind und das Ausfallrisiko positiv oder negativ beeinflussen.

Diese Einschätzung erfolgt in der Regel unter Zuhilfenahme von Ratingverfahren und/oder anderen internen Bewertungsmodellen.

Mit diesen Informationen ermittelt die Hausbank eine Bonitätsklasse.

Die Bonitätsklasseneinteilung reicht von 1 (ausgezeichnet) bis zu 7 (noch ausreichend) und geht mit einer Risikoeinschätzung von niedrig (für Bonitätsklasse 1) bis zu hoch (für Bonitätsklasse 7) einher. Hier sind auch Ausfallwahrscheinlichkeiten hinterlegt, die in Form von Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeiten dargestellt werden, also der Wahrscheinlichkeit, dass im Folgejahr Zahlungsverzug oder Zahlungsausfall eintritt.

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Zusammenhänge:

Schritt 2: Überprüfung der Sicherheitensituation des Unternehmens

Hierbei dreht sich alles um die Werthaltigkeit der zur Besicherung der Kreditsumme heranzuziehenden Sicherheiten. Dabei erfolgt eine Bewertung dieser potentiellen Sicherheiten durch die Hausbank im Hinblick auf diverse Parameter, wie z. B. Marktgängigkeit, Wertminderung durch Abnutzung, Art der Sicherheit, sonstige Wertminderung, etc., die den Wiederverkaufswert beeinflussen. Im Zuge dieser Sicherheitenbewertung findet eine Einordnung in eine von drei Besicherungsklassen statt, wie unten stehende Tabelle zeigt.

Besicherungsklassen-Matrix2
Besicherungsklasse werthaltige Besicherung  
1 ≥ 70 %  
2 > 40 % und < 70 %  
3 ≤ 40 %  

 

Schritt 3: Ermittlung der Preisklasse und des Zinssatzes des Förderkredites

Mit den zuvor ermittelten Werten für die Bonitätsklasse und die Besicherungsklasse lässt sich nach der unten stehenden Tabelle die Preisklasse im risikogerechten Zinssystem für Fördermittelkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau ablesen.

Preisklassen-Matrix der KfW (Stand 07/2010)3
Bonitätsklasse Besicherungs-klasse Preisklasse  
1 1 A  
1 2 A  
1 3 B  
2 1 B  
2 2 C  
3 1 C  
4 1 D  
2 3 E  
3 2 E  
5 1 E  
4 2 F  
6 1 F  
5 2 G  
3 3 H  
4 3 H  
6 2 I  
5 3 I  
7 1 *  
7 2 *  
6 3 *  

 

*) Bei Anträgen ohne Haftungsfreistellungen sind die Kombinationen 7/1, 7/2 und 6/3 auch zusagefähig. Die Zinssätze für 7/1 und 7/2 sind die maximalen Zinssätze der Preisklasse I, bei 6/3 erhöht sich der maximale Zinssatz der Preisklasse I um 2,30 Prozentpunkte.

Anhand der so ermittelten Preisklasse und des jeweiligen Fördermittels (Kreditprogrammes der KfW) kann der maximale Zinssatz für diesen Kredit ermittelt werden. Da sich die verschiedenen Fördermittelkredite durchaus in Bezug auf die Zinskonditionen unterscheiden, wird der endgültige Zinssatz nach Auswahl des entsprechenden Kreditprogrammes festgelegt.

 

In welchem Zusammenhang steht das Ratingthema mit dem risikogerechten Zinssystem der KfW?

Wie zuvor bereits dargestellt, erstellen die Hausbanken ein Bewertungsprofil des Unternehmens.

Ein Aspekt des so erstellten Profils ist die Bonität.

Um diese standardisiert beurteilen zu können, werden Ratingverfahren und Skalen benutzt.

Da die Zuordnung einer Preisklasse auch maßgeblich von der Bonität abhängt, hat diese und damit das Rating grundsätzlich einen erheblichen Anteil an der Einstufung in das risikogerechte Zinssystem der KfW und damit an der Ermittlung der Zinskonditionen von öffentlich geförderten Krediten als Fördermittel.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema sind auf den Seiten der KfW Bankengruppe zu finden: www.kfw.de

1,2,3) Quelle: Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de)

Stand September 2014

 

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